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NOV 10 2023
Author: viji5369 Original

Gedenken jüdischer Schicksale in der Marienstraße

Eduard Rosé bereist als Cellist halb Europa und die USA, bevor er nach Weimar zieht und dort an der Musikhochschule lehrt. Nachdem er einen Brief nicht wie verordnet mit "Israel" unterschreibt, wird er von der Gestapo im Marstall inhaftiert. Am 24. Januar 1943 stirbt Eduard Rosé an einer Lungenentzündung im Ghetto Theresienstadt.

Weimar - Das Bauhaus, die Weimarer Klassik und die Hitlerjugend haben von hier aus Deutschland und die Welt verändert. Unter der Strahlkraft der Aufklärung lässt sich die braune Vergangenheit der Kulturhauptstadt angenehm vergessen.
Was dabei stören könnte? Die goldenen Stolpersteine in der Marienstraße offensichtlich, die an die verfolgten und teils in Konzentrationslagern ermordeten Jüdinnen und Juden erinnern.

 

Zwei Bilder von Stolpersteinen.Links: Stolpersteine sind komplett mit einer grauen Substanz bedeckt. Rechts: Graue Schmierereien über Stolpersteinen.

Vandalismus an den Stolpersteinen (Bildquelle: pol.b.uniweimar, Instagram)

 

Inbesondere die Steine in der Marienstraße, in nächster Umgebung zur Universität und dem Haus der Studierenden, waren in den vergangenen Jahren mehrmals Ziel von antisemitischen Vandalismus. Erst vor einem Monat in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober wurden die mit Gips gezielt überschüttet. Das Referat "Politische Bildung" kommentiert in einem Beitrag: "Durch das Unkenntlichmachen der Stolpersteine wird das Gedenken an die Opfer des Holocaust geschändet und versucht, diesen Teil der Geschichte auszulöschen."

 

Ein DJ Pult und mehrere Personen stehen auf einem engen Gehsteig in der Marienstraße.

Gedenkveranstaltung an der Marienstraße 16

 

Dass in Weimar auch ein anderer Umgang mit diesen Orten der Erinnerung möglich ist, beweist das "Netzwerk 9. November" mit der Aktion "Klang der Stolpersteine". Anlässlich des Jahrestags der brutalen Reichsprogromnacht im Jahr 1938 wurde dezentral an den verschiedenen Stolpersteinen in der Stadt das Gedenken durch vielfältige musikalische Beiträge begleitet.

Jenny-Fleischer Alt wird in der Stadt als berühmte und erfolgreiche Sopranistin bejubelt, als das Hoftheater sie von Wien nach Weimar verpflichtet. Dank ihres Erfolgs zieht sie mit ihrem Mann in eine Villa in der Belvederer Allee. Später nimmt sie dort ihre beiden Schwestern auf. Die Gestapo macht die Villa zum "Judenhaus" und zwingt Jenny-Fleischer Alt weitere vertriebene jüdische Mitbürger:innen, wie auch Eduard Rosé, aufzunehmen. Kurz nach dem Tod ihrer kranken Schwester und ohne die Möglichkeit, die Vertriebenen in ihrem Haus weiter zu unterstützen, begeht sie Suizid. In dem Haus von Jenny Fleischer-Alt befindet sich heute das Büro des Kanzlers.

Der maschinenraum ist überzeugt: Unsere Hochschulgemeinschaft darf es nicht zulassen, dass rechte und antisemitische Gewaltaktionen in der Marienstraße die Berichterstattung um die Stolpersteine einnehmen. Dort, wo im Jahr 2007 der erste Stolperstein in Weimar verlegt wurde. Es liegt an uns, vereint mit würdevollen Formen des Gedenkens, unsere Anteilnahme mit den jüdischen Schicksalen in der Straße Ausdruck zu verleihen.

Wir möchten alle Lesenden dazu bewegen, sich einen Moment Zeit zu nehmen und mehr über die Geschichten der jüdischen Bewohner:innen in der Marienstraße und Belvederer Allee zur erfahren.

SEP 19 2023
Author: aurora Original

Statements nerven, aber sind offenbar nötig, also: Faschos sind kacke, auch 2023. Ja, alle Faschos.

Am 16. September wurde im Garten der m18, quasi direkt vor unserem Fenster, ein Banner zum Gedenken an den Todestag von Mahsa Amini aufgehängt.

Dieses wurde nur wenige Stunden später von Unbekannten abgefackelt.

Dieser Vorfall reiht sich ein in eine lange Reihe rechter Gewalt und rechter Einschüchterungstaktiken auf dem Campus. Und wird wie die meisten dieser Vorfälle sowohl von der Universität, also auch vom StuKo bisher ignoriert.

In einer Zeit, in der eine immer weitere Diskursverschiebung nach rechts stattfindet, in der rechte Gewalt mehr und mehr normalisiert wird, ist das ein fatales Signal. Wir dürfen die Betroffenen jetzt nicht alleine lassen und müssen uns klar positionieren.

Wir als Maschinenraum positionieren uns: Wir wollen keine Faschos (das inkludiert "ich bin ja kein Fascho, aber"-Faschos) in unseren Spaces, wir wollen keine weitere Normalisierung von rechten Übergriffen, von rechter Gewalt, von rechten Positionen.

Wir fordern die Universität und den StuKo auf, diese Vorfälle nicht unkommentiert zu lassen, sich klar zu positionieren und den Campus gegen rechte Gruppen zu verteidigen.

MAY 19 2023
Author: Louisa Hainich Original

Workshops and opening hours for summer semester 2023

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Heyo,

wir sind wieder zurück! Mit neuen Workshop-Angeboten und festen Öffnungszeiten! Wuhu! Wir freuen uns neue Mitglieder zu empfangen und uns gemeinsam unsere Leidenschaften rund um Technik und Nerdtum auszutauschen und Aktionen zu planen :) Wenn sich das nach etwas für dich anhört, melde dich gerne bei uns via E-Mail oder komm einfach zu einem der Termine vorbei! Wir freuen uns sehr auf dich!

Der Maschinenraum

Heyo,

we are back again! With new workshop offers and fixed opening hours! Woohoo! We're excited to welcome new members and share our passions around technology and nerddom and plan actions together :) If this sounds like something for you, feel free to contact us via email or just drop by one of the dates! We are looking forward to meeting you!

Der Maschinenraum

OCT 07 2022
Author: aurora Original

Lötworkshop zu den alternativen Einführungstagen

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Es sind wieder alternative Einführungstage! Und der maschinenraum ist so alternativ, dass er nicht mal Instagram hat, also natürlich sind wir dabei.

Bei uns könnt ihr an einem Lötworkshop teilnehmen: Nach einer theoretischen und praktischen Einführung in das Löten und ein paar Übungen an Schrottplatinen wagen wir uns an die Praxis und bauen einen einfachen Geigerzähler (zum Messen von beta- und gamma-Strahlung) basierend auf einem Open Hardware Projekt.

Es wird kein Vorwissen vorausgesetzt! Wir haben allerdings nur eine begrenzte Zahl von Arbeitsplätzen/Lötkolben/Bausätzen - bei einer kurzen Meldung unter mr@m18.uni-weimar.de (optionaler key) können wir besser planen. Kommt aber gerne auch spontan.

Wir treffen uns am 24.10. im Maschinenraum in der M18 (Marienstraße 18, Eingang über Hintertür, Treppe hoch und im 1.OG links), los geht es um 19 Uhr. Bringt gerne auch Dinge mit um die fertigen Geräte zu testen, alles potentiell radioaktive ist ein geeignetes Testobjekt. Sei es die Uranglas-Vase vom Sperrmüll, die alte Uhr mit den leuchtenden Zeigern, oder die Bananen vom Frühstück.

Bitte tragt Masken und testet euch am Tag des Workshops.

Wir sind uns des üblichen sexistischen und queerfeindlichen Hintergrundrauschens in Hackerspaces bewusst (deswegen sind wir auch ein Hackspace, ohne er) und versuchen gegenzusteuern. Deswegen ist diese Veranstaltung explizit an alle außer cis Männer gerichtet (für alle empörten cis Männer: es gibt auch ohne dieses ausreichend Angebote für euch).

Wer wir sind: Der Maschinenraum ist Weimars ältester, bester, schönster und einziger Hackspace. Wir sind ein Raum für Hilfe zur Selbsthilfe für Hardware und Software, mit Arbeitsplätzen und Werkzeug zum Basteln, für Vorträge und Austausch zu Netzpolitik und Datensicherheit, für Workshops zu E-Mail-Verschlüsselung, Blinkenlights, Einhörnern und nicht zuletzt zum sozialen Austausch mit anderen hacker:innen.

Weitere Infos und Veranstaltungen der alternativen Einführungstage findet ihr hier: https://infoladenweimar.noblogs.org/

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We're participating in the alternative introduction days with a soldering workshop: Following a theoretical and practical introduction to soldering and some practice on trash circuit boards, we'll get started and build a simple geiger counter (for beta- and gamma-radiation) based on a open hardware project.

No preliminary experience required! We have a limited number of work stations / soldering irons / kits - if you drop us a line at mr@m18.uni-weimar.de (optional pgp-key: maschinenraum.tk/contact) we can plan ahead better. But you're also welcome to drop in spontaneously.

We meet up on October 24th in the Maschinenraum at M18 (Marienstraße 18, entry through the back door, up the stairs, left door on the 1st floor), scheduled starting time is 19 o'clock. Feel free to bring along test objects for the finished geiger counters - anything potentionally radioactive: the uranium glass vase you found in the trash, that one clock with the luminous hands, your breakfast bananas.

Please wear a mask and test yourself on the day of the workshop.

We are well aware of the sexism and queermisia so ubiquitously present in Hackerspaces (that's also why we're a Hackspace, no er) and try to counteract. For this reason, this event is explicitly meant for everyone but cis men (if you're a cis man and feel left out: there are enough events targeted at you even without this one).

Who we are: Maschinenraum is Weimar's oldest, best, most beautiful and also only hackspace. We're a room for capacity building for hard- and software, with work stations and tools to tinker and craft, for talks and exchange of ideas on internet politics and data security, for workshops on e-mail encryption, blinkenlights, unicorns and - last but not least - a social space to hang out with other hacking weirdos.

More info an events for the alternative introduction days: https://infoladenweimar.noblogs.org/

JUL 04 2021
Author: aurora Original

Statement zur Caritas Weimar

Eine kurze Timeline:

Januar 2021: In der "sharing is caring"-Gruppe Weimar fragt eine Koordinatorin von der Caritas nach Laptop-Spenden für "Flüchtlingskinder für das Home Schooling". Sie wird an uns verwiesen und schickt uns eine Anfrage (was soweit auch Sinn macht).

Einzelne Personen in unserem Orga-Chat lehnen Zusammenarbeit mit der Caritas kategorisch ab. Gründe sind der katholische Hintergrund und damit gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, "white charity" und das Geschäft mit dem Leiden anderer, horrende Vorstandsgehälter. Außerdem hat die Caritas wirklich genug Geld und muss nicht auch noch unsere ehrenamtliche Tätigkeit ausbeuten.

Andere Personen sind der Meinung, dass wir als Kompromiss Anfragen der Caritas-Koordinatorin als Privatperson bearbeiten sollen, wenn die Laptops direkt als Privatrechner an die Familien/Kinder gehen und die Caritas nicht involviert ist.

Trotz Widersprüchen gehen über diesen "Kompromiss" Laptops an die Koordinatorin. Zwischendurch versucht die Koordinatorin abermals uns zu überzeugen, wie toll die Caritas ist und das wir mit ihr zusammenarbeiten sollen. Sie meint die Caritas "hängt gar nicht so eng an der katholischen Kirche", erzählt Dinge über "Inklusion" und einen "schwulen Fußballer, der mit der Caritas arbeitet".

März 2021: Die selbe Koordinatorin schickt in der "sharing is caring"-Gruppe eine Person, die eine Beratungsstelle zum Schwangerschaftsabbruch sucht, zu einer "Lebensschutz"-Beratungsstelle, die Beratungen nur vortäuscht.

April 2021: Die Laptops, die an "Flüchtlingskinder" gehen sollten, sind nie dort angekommen. Sie befinden sich im "Cafe International" der Caritas und können dort von Geflüchteten genutzt werden. In einer Einrichtung der Caritas, unter stetiger Supervision.

Mai 2021: Die Koordinatorin fragt an, ob wir noch mehr Laptops für "Flüchtlingskinder" hätten.

Falls ihr nicht vorher schon überzeugt wart, hier noch mal der dezente Hinweiß: Arbeitet nicht mit der Caritas zusammen.

JAN 29 2021
Author: Louisa Hainich Original

Unsere Laptop-Aktion

Im Zuge der Corona-Shutdowns sind wir auf das Problem einer unzureichenden Ausstattung mit Computern bei ärmeren Familien aufmerksam geworden. Wir haben deshalb damit begonnen über unsere Netzwerke zur Spende nicht mehr gebrauchter Laptops aufzurufen, diese gegebenenfalls zu reparieren und aufzurüsten, zu bereinigen und in Abstimmung mit den schulischen Anforderungen seiner neuen Besitzer*In mit Software* zu versehen. So möchten wir dem ein oder anderen Kind, dessen Eltern nicht oder nur schwer in der Lage sind, es mit einem Computern auszustatten, einen kostenlosen Laptop für das Lernen zu Hause verschaffen.

Aus diesem Grund sammeln wir gebrauchte und nicht mehr benötigte Laptops und Kontakte zu bedürftigen Schülern bzw. Vermittler*Innen, die aufbereitete Geräte diesen zukommen lassen können. Darüber hinaus nehmen wir für das Projekt auch Spenden von Peripheriegeräten wie Webcams, Mäusen, Tastaturen und Druckern an, und Hardware-Komponenten wie Arbeitsspeicher und Festplatten (die wir nach Erhalt ungesehen sicher bereinigen – gern auch in Beisein der Spender*Inn).

* Kostenlos lassen sich die Computer insbesondere dadurch realisieren, dass wir sie mit Freier Software wie dem quelloffenen Betriebssystem Linux ausstatten. Damit lassen sich teure Lizenzen für die Software-Nutzung umgehen. Außerdem sind moderne Open Source Lösungen heute häufig nicht nur genauso umfangreich und einfach zu bedienen wie proprietäre Software, sie sind meist auch sicherer und weniger ressourcenhungrig. Besonders bei der Verwendung älterer Hardware ist der letzte Punkt ein großer Vorteil, den wir immer wieder feststellen können. Wir sind erfahren im Aufsetzen von Linux-Systemen und dem Einrichten für die individuellen Bedürfnisse spezifischer Endnutzer und deren Betreuung. Darüber hinaus haben wir Kontakt zu einer Linux-User Gruppe, die sich aktiv um eine breitere Verwendung von Open Source Software an Schulen bemüht. Auf deren Erfahrungsschatz können wir bei unserem Vorhaben ebenfalls zurückgreifen.

 

OCT 22 2020
Author: aurora Original

OASE 2020 – Die Seele des Menschen unter Alexa

Wir sind auch dieses Jahr wieder bei der alternativen Einführungswoche dabei. Am Montag (26.10.) treffen wir uns um 19 Uhr einerseits afk im Maschinenraum in der M18 (bitte Voranmeldung an mr@m18.uni-weimar.de, da wg. Hygienekonzept begrenzte Personenzahl), digital unter https://meet.weimarnetz.de/FightForYourRightToInternet und in den alten Medien zusammen mit bauhaus.fm entweder im Stream oder analog im Radio auf 106.6Mhz UKW.

APR 24 2020
Author: aurora Original

Statement zur ‘digitalen M18’

Heute abend soll eine "Party in der digitalen M18" stattfinden.
Eigentlich würden wir uns ja freuen, wenn der StuKo sich stattdessen aktiv für die Belange der Studierenden einsetzen würde (z.B. in Bezug auf das kommende Semester), aber offenbar ist Party wichtiger. Ok, nehmen wir jetzt erst mal so hin.
Wir wollen aber trotzdem etwas klarstellen, weil wir darauf angesprochen wurden: Der Maschinenraum (und auch das Referat Digitale Infrastruktur) haben nichts, aber auch wirklich nichts mit dieser Party zu tun, und wir unterstützen das auch absolut nicht. Weder ideell, noch hard- oder softwareseitig.
Anstatt unsere selbstgehosteten, datenschutzfreundlichen Webservices zu nutzen (die auf unserem eigenen Server im SCC laufen), und die von Studierenden betreut werden, hat der StuKo wieder einmal in Eigenregie eine fragwürdige Aktion durchgezogen ohne auf (im eigenen Haus!) vorhandene Infrastruktur und Kompetenzen zurückzugreifen.
Wir setzten uns seit Jahren für mehr Datenschutz ein, für freie Software, für selbstverwaltete, dezentrale Lösungen - und der StuKo setzt auf Discord. Eine proprietäre Software mit schlechtem Datenschutz und Servern in den USA. Alle persönlichen Daten der Teilnehmenden sind jetzt also bei einem großen Unternehmen gelandet und werden ausgewertet und meistbietend verkauft. Außerdem auch noch eine Plattform, die sehr aktiv von rechten Netzwerken genutzt wird und dagegen nicht vorgeht (weil sie ja auch mit Nazis Gewinn machen). Genau die Dinge also, gegen die wir uns immer eingesetzt haben.
Wir sind unzufrieden mit der Gesamtsituation.
#NotMyStuKo

JAN 01 2020
Author: aurora Original

live from 36c3 > /dev/null

Wir sind zurück vom 36. Chaos Communication Congress aus Leipzig und haben diesmal etwas mitgebracht: die Aufzeichnung der bauhaus.fm Live-Sendung, in der auch galaktische Lebensformen aus dem Maschinenraum und dem Weimarnetz zu Wort kommen. Vielen Dank an alle, die in unsere Raumkapsel gekommen sind und mit uns gesprochen haben!
Hier könnt ihr das ganze anhören: https://cloud.bau-ha.us/s/BEMtSckZKTqRCdm